Gute Beispiele aus Schulen

Die Grundschule Hainhoop in Arpke engagiert sich für nachhaltige Mobilität

Benzin sparen? Läuft! Zum Beispiel auf den Schulwegen rund um die Grundschule Hainhoop. Die Viertklässler haben sogar errechnet, wieviel Liter Benzin bei der Aktion eingespart werden konnte!

Das ist nur ein Beispiel für das kreative Engagement der Schule in Arpke. Viele Jahre schon engagieren sich die Mitarbeiter*innen gemeinsam mit den Eltern für Nachhaltigkeit als Mitglied des Netzwerks der Umweltschulen. Seit 2012 erhalten sie dafür bisher in jeder Dekade die Auszeichnung „Umweltschule in Europa“.

„Das Thema nachhaltige Mobilität ist uns besonders wichtig“, erklärt die Mobilitätsbeauftragte Claudia Pries. „Die einzelnen Aktionen und Beteiligungen werden in Fachkonferenzen diskutiert und ausgewählt. Es sind sowohl Eltern als auch die Schüler*innen involviert.“

  

Das Spektrum der Angebote ist sehr breit:  Vom Fahrrad- und Fitnessparcours bis zum Fußgänger-, Fahrrad- oder Waveboardführerschein ist für alle etwas dabei. Wichtig ist der Schule außerdem, dass nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern lernen: Bewusstmachung der Verantwortung auch gegenüber nachfolgender Generationen ist ein weiterer Handlungsschwerpunkt. Und hier sind die Kinder den Erwachsenen häufig sogar einen Schritt voraus!

Wie kam es  dazu, dass sich Ihre Schule so stark rund um Umweltthemen engagiert?

Uns wurde immer mehr bewusst, dass der Unterrichtsstoff für eine Bildung der nachhaltigen Entwicklung (BNE) in den Fächern nicht ausreicht. Darüber hinaus bringen die Kinder einen ansteckenden Entdeckerdrang und Wissensdurst mit in die Schule. Sie interessieren sich in diesem Alter besonders für Tiere und ihre Lebensräume. Durch die Nähe zu unserem Wald und dem Dorfteich haben wir die pure Natur direkt vor der Tür und möchten natürlich, dass diese Art von Lebensräumen möglichst für immer erhalten bleibt.

Was motiviert Sie, sich als Mobilitätsbeauftragte besonders zu engagieren?

Durch die Fülle der Informationen im Alltag und auch durch die eigene Bequemlichkeit fällt es uns und den Kindern immer schwerer zu erkennen, was der Umwelt und damit uns gut tut. Manchmal muss man deutlich herausstellen, warum wir zum Beispiel Erdbeeren aus heimischem Anbau genießen sollten. Das Curriculum Mobilität bietet eine vielfältige Grundlage für eigenes Agieren, denn Mobilitätsbildung geht ja weit über den Fahrradführerschein hinaus.

Wie schaffen Sie es, die Eltern mit einzubeziehen und zum Mitmachen zu motivieren?

Durch die Thematisierung in den Gremien und die ausgesprochen gute Zusammenarbeit mit unserem Schulelternrat und dem Ortsrat verfügen wir über kurze Wege und haben auch jede Menge Spaß beim Planen von Aktionen. Die Eltern in unserem Dorf sind erfreulicherweise sehr aktiv und kreativen Ideen gegenüber immer aufgeschlossen. Häufig tragen auch die Eltern Ideen in die Schule, die sich dann gemeinsam realisieren lassen – wie z. B. eine bauliche Veränderung der Straße, damit die Kinder sicherer über die Straße zur Schule gelangen können. Hier konnten wir gemeinsam zunächst den Bürgermeister und schließlich die Entscheidungsträger überzeugen.

Was genau wurde beim Kurs „Benzin sparen“ vermittelt?

Die Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse zählten täglich ihre Schritte auf dem Schulweg und wandelten dann am Ende der Woche die Schritte in Kilometer um. So konnten sie das Benzingeld, das ihre Eltern für die gleichen Strecken ausgegeben hätten, berechnen. Im Idealfall trugen die Schüler diese Erkenntnisse mit in ihr häusliches Umfeld.

Gibt es bei der Fülle der Beispiele auf Ihrer Website zwei oder drei Aktionen, auf die Sie besonders stolz sind?

Zu Beginn des Schuljahres waren die vierten Klassen für eine Woche auf einem Schulbauernhof und haben dort die Tiere – z. T. alte und seltene Rassen – eigenverantwortlich versorgt und in Workshops auf dem Hof vieles über die traditionelle und die aktuelle Milch-und Getreide- sowie  Wollverarbeitung gelernt.

Große Freude stellt sich auch immer in unseren Projektwochen ein, in denen wir einem Thema wie z. B. „Wasser“ oder „Lebensraum Wald“ ganz handlungsorientiert und auch kreativ begegnen. Die Bausteine „Mobilität“ und „BNE“ sind auch hier immer fest verankert. Diese intensive Zeit fehlt leider manchmal im Unterrichtsalltag.

Wir legen viel Wert darauf, den Kindern Ausflüge zu außerschulischen Lernorten, die das Thema „Mobilität“ auch ganz praktisch vermitteln,  zu ermöglichen. Glücklicherweise verfügt unser Ort über einen eigenen Bahnhof, so dass wir viele Ziele gut erreichen können.

Haben Sie evtl. Reaktionen oder Rückmeldungen von Teilnehmer*Innen, wie nachhaltig Ihre Bildungsmaßnahmen gewirkt haben?

In der Regel sind es die besonderen Aktionen außerhalb des regulären Unterrichts, die den Schülern nachhaltig in Erinnerung bleiben. Das sehen wir oft in Jahresrückblicken, die die Schüler gestalten. Die Eltern berichten häufig davon, dass Gelerntes von den Kindern mit nach Hause getragen wurde und alle Familienmitglieder beispielsweise dazu angehalten werden, das Licht auszuschalten, umweltgerecht zu lüften oder ohne Auto zur Schule zu fahren.

Hilft die Begeisterung und das Engagement der Kinder, auch die Eltern für die Umweltthemen zu begeistern und sogar Verhaltensänderungen herbei zu führen?

Wir erleben, dass sich die Kinder häufig sehr viel sensibler für Umweltthemen interessieren als Erwachsene, die ja häufig in ihren Alltag eingebunden sind.

Manchmal „vergessen“ einige Eltern auch, dass ihr eigenes Verhalten sogar gefährlich für die Kinder sein kann. Dann ist es sehr wirkungsvoll, wenn die Kinder selbst geschriebene Plakate und Handzettel an Eltern verteilen, die direkt vor der Schule im Halteverbot stehen.

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Wer steht hinter movidu?

Im Aktionsnetzwerk movidu haben sich verschiedenste Partner zusammengeschlossen, die sich alle für ein gemeinsames Anliegen einsetzen: Kinder und Jugendliche sollen lernen, möglichst sicher, eigenständig und umweltschonend von A nach B zu kommen! Die Unterstützung von Schulen bildet den Schwerpunkt unseres Engagements. Das Netzwerk ist eine Initiative des Mobilitätsmanagements der Region Hannover in Kooperation mit des Regionalen Landesamt für Schule und Bildung und der Klimaschutzagentur Region Hannover GmbH.

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