Gute Gründe

Gute Gründe für Schulwege mit Rad, Bahn, Bus und zu Fuß

Gesunde Bewegung tut uns allen gut - unseren Kindern, uns Erwachsenen und dem Klima

Stressabbau, Konzentrationsfähigkeit, Lernmotivation, gesundes Körpergewicht, psychische Gesundheit, guter Schlaf und ein intaktes Immunsystem – sich regelmäßig an der frischen Luft zu bewegen hat offensichtliche Vorteile für große wie kleine Menschen. Doch im Alltag kommt Bewegung laut der AOK Familienstudie bei den meisten Erwachsenen zu kurz, was sich oft auf die Kinder als Vorbild überträgt und viele negative Folgen hat.

Dabei bringt schon wenig Bewegung sehr viel: Wie die Medizinische Hochschule Hannover in der Studie „Active School“ feststellen konnte, sind Kinder, die sich in der Schule 5 Minuten bewegen, viel fitter. Jeden Tag bieten sich viele Chancen für Eltern und Kinder, sich zu bewegen, wenn sie bewusst genutzt werden!

„Wer sich täglich bewegt, bleibt länger gesund, denkt schneller, ist gelassener und zufriedener. Und wer bereits als Kind die Bewegung verinnerlicht hat, bleibt auch als Erwachsener aktiv.“

AOK Familienstudie 2018

Wie können Sie mehr Bewegung in Ihren Familienalltag bringen?

Schul- und Alltagswege lassen sich optimal für regelmäßige Bewegung nutzen: ein kurzer Fußweg zur Bahn oder dem Bus oder die Fahrt mit dem Rad sorgen für freie Atemwege und helfen bei der Verarbeitung von Stress. Dabei ist besonders für Kinder und Jugendliche wichtig, dass sie nebenbei lernen, sich im öffentlichen Raum zu orientieren und ihre Wahrnehmung zu entwickeln – beides besonders wichtig für die Gehirnentwicklung und die Aufnahmefähigkeit in der Schule.

Raten Sie mal: Welches Kind kommt zu Fuß zur Schule?


Samuel, 7 Jahre

William, 7 Jahre

Während Samuel (7) zu Fuß auf dem Weg zur Schule vieles entdeckt, kann sich William (7) an weniger Details auf seinem Schulweg erinnern: Vom Auto aus bleibt ihm nur eine graue Straße im Kopf.

Entwicklungs-Chancen auf Alltags-Wegen

Für Kinder sind „Wege“ Erlebnis- und Bewegungsräume. Kinder haben eine grundsätzlich andere Wahrnehmung: Egal, ob sie zum Einkaufen gehen, zum Sportplatz oder zur Schule: Kinder machen unterwegs wichtige Erfahrungen – gerade dann, wenn sie nicht im Auto sitzen müssen. Sie können lernen, sich im Verkehrsraum zu bewegen. Sie sehen und hören ihre Umgebung, kommunizieren mit anderen Menschen, trainieren Bewegungsabläufe. Sie entwickeln viele Fähigkeiten, z.B. das räumliche Vorstellungsvermögen. Sie bekommen ein Gefühl für Entfernungen, Zeiten und Geschwindigkeiten, so Prof. Maria Limbourg von der Universität Duisburg-Essen in einer Studie zur Mobilität im Kindesalter. Was für Erwachsene vertraut und vielleicht langweilig ist, kann für Kinder zum Raum für Abenteuer und wichtiger Erlebnisse werden.

Stichwort „Prävention“: Gute Argumente für Mobilitätsbeauftragte

Wofür ist nachhaltige Mobilität gut?

Für Kinder

Gut für Kinder: Bewegung, gesunde Entwicklung & Stressabbau

Regelmäßige Bewegung stärkt die Abwehrkräfte, beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Haltungsschäden und Gewichtsproblemen vor, fördert den Orientierungssinn und die Wahrnehmung. Kinder mit aktivem Schulweg können sich besser in der Schule konzentrieren. Kinder lernen schneller und besser, sich selbstständig und sicher im Verkehr zu bewegen, wenn sie täglich eine feste Route zurücklegen. Aktive Mobilität bietet auch Raum für persönliche Erlebnisse und Sozialkontakte, schafft körperlichen Ausgleich vor und nach der Schule.

Für das Klima

Gut für das Klima und die ganze Region: Ruhe, saubere Luft und Klimaschutz

Mit Fahrrad, Roller, Bus, Bahn oder zu Fuß – das sind die saubersten, leisesten und energiesparendsten Formen der Fortbewegung. In Deutschland wird etwa ein Fünftel des CO2-Ausstoßes durch den Straßenverkehr verursacht. Jeder Kilometer Autofahrt, der eingespart wird, vermindert Lärm, Schadstoffe und klimaschädliche Emissionen in der Luft. Das bedeutet mehr Lebensqualität für alle: Aktiver Klimaschutz ist die beste Investition in die Zukunft unserer Kinder. Eltern, Erziehungsberechtigte und Lehrkräfte sind wichtige Vorbilder – sind Sie dabei?

Für Eltern

Gut für Eltern: Freiraum & Bewegung statt Stress im Stau

Auch Eltern tut mehr körperliche Bewegung im Alltag gut. Wer sein Kind mit Rad oder Roller begleitet und ihm zeigt, wie es mit der Bahn fahren kann, verbringt weniger Zeit im Stau. Wenn weniger Kinder und Jugendliche mit dem Auto zur Schule gebracht werden, wird es ruhiger und damit sicher er auf den Straßen rund um die Schulen – das tut allen gut!

Ein Blick in die Zukunft:

Was passiert, wenn mehr Menschen zu Fuß, mit Rad, Bus & Bahn unterwegs sind?

Wir können tief durchatmen

Zukünftig könnte es weniger Abgase, Feinstaub und Ozon in der Luft geben. Denn durch den Reifenabrieb beim Bremsen von PKWs, LKWs und Bussen sowie Rußpartikel von Verbrennungsmotoren werden oft die Grenzwerte für Feinstaub und Ozon überschritten. Mehr umweltschonende Mobilität sorgt für mehr saubere Luft.

Ruhe tut gut

Verkehrslärm beeinträchtigt das Leben vieler Menschen. So fühlen sich 76 Prozent der deutschen Bevölkerung vom Straßenverkehrslärm gestört oder belästigt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage zum „Umweltbewusstsein in Deutschland 2016“. Wer das Auto stehen lässt und zu Fuß, mit Roller, Rad oder Bus und Bahn unterwegs ist, fördert die Ruhe in der Stadt.

Der Klimawandel wird abgemildert

Es gibt noch Chancen, die Klimaziele zu erreichen und die Erderwärmung aufzuhalten. Am wichtigsten dazu ist weniger Ausstoß von Kohlenstoffdioxid in die Luft. Die CO2-Bilanz der Region Hannover weist den Anteil des Verkehrs an den gesamten CO2-Emissionen mit 21% aus, wovon der größte Teil mit 84% vom motorisierten Individualverkehr erzeugt wird. Neben vielen Maßnahmen hat sich die Region Hannover im Bereich Verkehr das Ziel gesetzt, den Ausstoß von CO2 bis 2020 um 40% gegenüber 1990 zu reduzieren.

Mehr Grün, weniger Asphalt

Wenn weniger Fahrzeuge als „Stehzeuge“ Parkraum beanspruchen, braucht weniger grüne Fläche versiegelt werden – es bleibt Platz für Naherholungsräume, die wichtige Funktionen für unseren Lebensraum, Tiere, Pflanzen und das Klima übernehmen. Jeder Baum trägt mit seinem Stoffwechsel dazu bei, dass klimaschädigende Emmisionen abgebaut werden.

Wir bleiben länger fit

Wenn sich alle mehr körperlich bewegen, wirkt sich das positiv auf die allgemeine Gesundheit aus. Die „Ärztinnen und Ärzte für eine gesunde Umwelt – AGÜ“ formulierten auf Basis von Daten der WHO folgenden gesundheitlicher Nutzen regelmäßiger körperlicher Bewegung: 50 %-iger Rückgang des Risikos der Entwicklung von Herzinfarkten (d.h.
eine mit dem Nichtrauchen vergleichbare Wirkung), 50 %-iger Rückgang des Risikos der Entwicklung von Diabetes, 50 %-ige Reduktion des Risikos von Fettstoffwechselstörungen und Adipositas, 30 %-ige Reduktion des Risikos der Entwicklung von zu hohem Blutdruck, Verzögerung des Auftretens von Osteoporose, Rückgang von Depressions- und Angstsymptomen, Vorbeugen von Stürzen älterer Personen, Schutz vor Dickdarm- und Brustkrebs, mehr Jahre selbständigen Lebens für ältere Personen.

Der Klimawandel als unheimlich schöner Strichcode

Der britische Metereologieprofessor Ed Hawkins hat die Erderwärmung eindrucksvoll visualisiert: Jeder Streifen in dieser Grafik steht für ein Jahr im Zeitraum 1850 bis 2017. Die Farbe visualisiert die jeweilige Abweichung der weltweiten Durchschnittstemperatur nach unten (blau) oder oben (rot), Basis ist der Datensatz HadCRUT4 des britischen MetOffice. Wie sehr sich warme und heiße Jahre in den letzten Jahrzehnten häufen (also zum rechten Rand hin), ist auf den ersten Blick erkennbar; Quelle: Hawkins/ClimateLabBook

Wer steht hinter movidu?

Im Aktionsnetzwerk movidu haben sich verschiedenste Partner zusammengeschlossen, die sich alle für ein gemeinsames Anliegen einsetzen: Kinder und Jugendliche sollen lernen, möglichst sicher, eigenständig und umweltschonend von A nach B zu kommen! Die Unterstützung von Schulen bildet den Schwerpunkt unseres Engagements. Das Netzwerk ist eine Initiative des Mobilitätsmanagements der Region Hannover in Kooperation mit der Niedersächsischen Landesschulbehörde und der Klimaschutzagentur Region Hannover GmbH.

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