Curriculum Mobilität

Bildungsangebote für die Arbeit mit dem Curriculum Mobilität

Bildung für nachhaltige Mobilität leicht gemacht

Als erstes Bundesland führte Niedersachsen das Curriculum Mobilität im Jahr 2002 verpflichtend für allgemein bildende und berufsbildende Schule ein. Das Bausteinkonzept regt fächerbezogenes und fächerübergreifendes Lernen und Lehren an. Bei Schülerinnen und Schülern wird damit die Fähigkeit gefördert, mit vernetzten Strukturen umzugehen und komplexe Sachverhalte zu verstehen und konkrete Handlungsansätze selbst zu finden.

Das Currilculum Mobilität regt an, den Lernbereich Mobilität an der eigenen Schule zu verankern und damit die Schul- und Unterrichtsqualität weiter zu entwickeln. Damit Ihnen die Arbeit mit dem Curriculum Mobilität an Ihrer Schule leichter fällt, finden Sie die movidu-Angebote zugeordnet zu den Bausteinen des Curriculums Mobilität. Passend zu den einzelnen Themen können Sie Aktionen wählen, die Ihren Unterricht optimal ergänzen. Ausserschulische Partner bringen viel Praxiserfahrung mit und ermöglichen Ihren SchülerInnen neue Perspektiven auf nachhaltige Mobilität. Sie können in die Beobachterrolle wechseln und Ihre Klasse anders erleben. Dabei bleiben Sie die wichtigste gestaltende Person: Eingebettet in Ihr Unterrichtskonzept, Ihre Vor- und Nachbereitung und in ein schulinternes Curriculum Mobilität entfalten die Praxisaktionen ihre Wirkung nachhaltig und langfristig.

Bausteine des Curriculum Mobilität - passende Angebote von movidu

Wo wollen Sie anfangen mit dem Curriculum Mobilität zu arbeiten? Hier finden Sie didaktische Erläuterungen sowie konkrete Anwendungsbeispiele. Sie suchen mit einer Aktion direkt bei einem Baustein des Curriculums einsteigen? Wir haben die movidu-Angebote den Bausteinen zugeordnet!

Angebot für Schulleitungen und Kommunen
Baustein 1: Regeln und geregelt werden

Wenn Heranwachsende die Möglichkeit haben, allgemeine Regeln anhand von Anwendungen auf konkrete Problem- und Handlungsfelder in ihrem Sinn und Zweck zu verstehen und zu verinnerlichen, werden sie auch in die Lage versetzt, diese selber als verantwortlich handelndes Subjekt auf konkrete Situationen anzuwenden, zu bewerten, zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Dieser Baustein zielt darauf ab, sich in gesellschaftlichen Ordnungssystemen zurechtzufinden und sich an deren Weiterentwicklung zu beteiligen. Hier sind auch die Regeln für den Umgang mit unserer Um- bzw. Mitwelt eingeschlossen. Der Baustein ist so betrachtet Teil eines Präventionskonzeptes, das auf ein Miteinander in der Gesellschaft ausgerichtet ist.

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Baustein 2: Einsteigen – Umsteigen – Aussteigen

Dieser Baustein stellt die Reflexion übernommener Lebensgewohnheiten in den Mittelpunkt mit dem Ziel, Grundlagen für eine bewusste und selbstbestimmte Lebensgestaltung zu er- möglichen. Ausgangspunkt und Beispiel ist dabei stets die Schule selbst, die ihre eigene Mobilitätskultur kritisch hinterfragt und gestaltet (z. B. durch das Ansprechen von Mobilitätsfragen bei Exkursionen und Besuchen von öffentlichen Einrichtungen). Ein derart ganzheitlich ausgerichteter Mobilitätsunterricht in der Grundschule eröffnet Kindern die Chance, in ein Nachdenken über Mobilität einzusteigen, Alternativen abzuwägen (umsteigen) und mit einem Aussteigen aus gewohnten Bahnen zu experimentieren.

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Baustein 3: Miteinander – Gegeneinander – Füreinander

Es kommt im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung darauf an, dass den unterschiedlichen Akteuren auf dem Gebiet der Mobilität und ihren Organisationen (Automobil- und Fahrradclubs, Umweltschutzverbände, Logistikunternehmen, Stadtplaner und Denkmalschützer etc.) die Mög- lichkeit eines Miteinanders und Nebeneinanders eröffnet wird, um Konfrontationen vorzubeu- gen, abzubauen und die Suche nach Lösungswegen zu ermöglichen. Der Gedanke des Mitei- nanders beinhaltet neben den angeführten Aspekten auch die wechselseitigen Wirkungsbeziehungen zwischen Umwelt, Gesellschaft und Natur.

Die Schule bietet Raum und Zeit, die sozialen Handlungsdispositionen auf dem Feld der Mobilität zu formen und ggf. zu verändern. Die drei grundlegenden Arten der Begegnung in der verkehrsbezogenen Mobilität – Fußgänger, Rad- und Autofahrer – werden als Dreiklang erkenn- und erfahrbar gemacht und im Sinne des gegenseitigen Verstehens und Achtens, der Empathie, Toleranz und Rücksichtnahme thematisiert. Das Erlangen von diesbezüglicher Gestaltungskompetenz stellt das zentrale Ziel dar, um ein nachhaltiges Sozialverhalten auch in Bezug auf die belebte und unbelebte Natur zu ermöglichen.

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Baustein 4: Mit kühlem Kopf auf klarem Kurs

Die Angebote der Gesellschaft an die Heranwachsenden sind vielfältig, nicht immer übersicht- lich und können auch in die Irre führen. Kinder und Jugendliche sind zunehmend aufgefordert, durch bewusste Auswahl unter vielen Optionen ihr Leben zu gestalten, d.h. den für sie richtigen Lebensweg herauszufinden. An diesem Punkt kann die Schule sie unterstützen und Orientierung geben.

Solchermaßen gestärkte Kinder und Jugendliche verfügen über mehrere und differenzierte Ent- scheidungs- und Handlungsoptionen. Sie verstehen es, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, Ziele zu entwickeln und zu verfolgen, aber auch „Nein“ zu sagen. Die Gesellschaft und die Schule, die auf Zukunftsfähigkeit abzielt, priorisiert eine bewusste und aktive Gestaltung des eigenen Lebens und zieht die Prävention einer Rehabilitation vor.

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Baustein 5: Lebensräume – Lebensträume

Der Baustein möchte den Schülerinnen und Schülern die Verbindung von Lebensraum und Lebenstraum nahebringen und erfahrbar machen. Die vermeintlich unberührte Natur soll in ihrer kulturellen Geformtheit gezeigt und als solche rezipiert werden. Fremde und von uns weit ent- fernte Länder waren und sind Traumziel – Lebensräume, nach denen sich Menschen manch- mal lebenslang sehnen. In der Auseinandersetzung mit diesem Phänomen soll es Schülerinnen und Schülern ermöglicht werden, den eigenen Lebensraum als Teil der subjektiven Identität zu erschließen und als gestaltbar wahrzunehmen. Die Andersartigkeit von fernen Landschaften und Staaten soll als positive Diversität wahrgenommen werden, die den persönlichen Horizont erweitert. Der Baustein stellt Räume als gestaltbar und als schützenswerte Ressource dar.

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Baustein 6: Tourismus: Unterwegs zu Hause

Der lokale und globale Tourismus und die daraus resultierende Mobilität der Individuen stehen in diesem Baustein im Mittelpunkt der Betrachtung. Beleuchtet werden die Erscheinungen und die Wirkungen des Massen- und Ferntourismus ebenso wie die der sanften Variante des Reisens. Ziel ist es, soziale, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Verträglichkeitskriterien und Wechselwirkungen des regionalen und interkontinentalen Tourismus zu hinterfragen und Alternativen zu diskutieren. Eine besondere Intention dieses Bausteins bildet die Sensibilisierung für zukünftige Entwicklungen, Trends und die Komplexität im Themenfeld Tourismus.

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Baustein 7: Lokal-Global-Egal

Die Mobilität des Menschen und der Menschheit veränderte sich in den letzten einhundertfünfzig Jahren seit der Erfindung der Eisenbahn und vor allem mit der Erfindung des Automobils tiefgreifend und in einem rasanten Tempo. Die Schritte in Richtung einer weltumspannenden Mobilität gingen von den Industriestaaten aus und weiteten sich in der Folge global aus. Der Zugewinn an Lebensqualität in den Industriestaaten ist bis heute enorm. Die regionalen, nationalen und globalen Unterschiede bleiben aber ebenso gravierend. Die Frage, ob „reich“ oder „arm“ oder schon allein der Geburtsort entscheiden über die Möglichkeiten der Mobilität.

Dieser Baustein will die Relevanz lokalen Agierens unter globalen Aspekten herausstellen. Dabei geht es um die Betonung, dass sich ökonomisches Handeln auch mit ökologisch verträglichen Wirkungen verbinden kann. Die zentrale Perspektive nachhaltigen Denkens ist es, allen Menschen dieser Welt dauerhaft eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.

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Baustein 8: Führerschein im Kopf

Der automobile Verkehr ermöglicht individuelle Freiheit und Beweglichkeit in höchstem Maße. Er hat jedoch einen hohen Preis. Seine ökologischen Folgeschäden und die Zahl der Getöteten und Verletzten sind die zwei wichtigsten negativen Aspekte. Deswegen stellt dieser Baustein neben dem Sicherheitsaspekt des motorisierten Individualverkehrs die Auseinandersetzung mit alternativen Mobilitätsmöglichkeiten in den Fokus.

Der Baustein „Führerschein im Kopf“ zielt auf die Entwicklung bzw. Ermöglichung einer reflektierten alternativen persönlichen Mobilität. Dabei kommen Aspekte der Generationengerechtigkeit ebenso zur Sprache wie die Entwicklung der Fähigkeit, Mobilität unter den vier Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung zu betrachten.

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Baustein 9: Im Takt der Zeit

Die Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Mobilität ist direkt auf das Phänomen Zeit bezogen: Wie beeinflusst menschliches Handeln die Natur und die Gesellschaft?
Unser heutiges Verständnis von Zeit trägt globalen Charakter. Das subjektive Zeitempfinden, das ursprünglich den Abläufen der Natur folgte, wird zunehmend einer Weltzeit unterworfen. Entsprechend prägt sich die Erlebenswelt der Jugendlichen in Bezug auf den Zeitbegriff und das Zeitempfinden aus. Es ist eine gewisse Entgrenzung der Zeit zu konstatieren.

Die heranwachsenden Schülerinnen und Schüler benötigen und entwickeln Strategien für den Umgang mit ihrer Zeit. Ziel ist es, einen nachhaltigen Lebensstil zu ermöglichen. Hier zeigen sich in der Diskussion auch die tiefgreifenden Änderungen und Möglichkeiten, die die subjektive Lebensführung betreffen und aus ihr erwachsen. Ebenso werden die gesundheitlichen Dimensionen einer nachhaltigen Lebensplanung und Lebenssteuerung in den Blick genommen.

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Baustein 10: Verbrauchen und Verbraucht werden

Die Postindustrie- und Industrienationen setzen vorrangig auf Konsum und Wachstum. Wachstum verbindet sich zumeist mit einem Mehr an Verbrauch. Das „Wachstumsdenken“ findet sich wieder in unseren Lebensstilen. Konsum bildet eine zentrale Größe in unserer Gesellschaft.  In der Frage nach unseren übermäßig naturverbrauchenden Lebensstilen verbirgt sich jene nach der gerechten Verteilung der Ressourcen und deren Nutzung auf der ganzen Welt. Die Schule hat die Aufgabe, die Problematik der Ressourcennutzung unter den vier Dimensionen nachhaltiger Entwicklung systematisch zu hinterfragen. Der Baustein beleuchtet die ökonomischen, ökologischen, kulturellen und sozialen Folgen der Ressourcennutzung und trägt auf diese Weise dazu bei, Schülerinnen und Schüler zu einer kompetenten Gestaltung ihres Mobilitätsverhaltens zu befähigen.

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Welche Unterstützung brauchen Sie für Ihre nächsten Schritte?

Ihr Kontakt für Fragen und Anregungen

Wenden Sie sich gerne jederzeit mit Fragen und Anregungen an unsere Ansprechpartner*innen. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Eva Hannak

Region Hannover Mobilitätsmanagement

Ihr Kontakt für Informationen zum Netzwerk moviduSie möchten als Organisation das Netzwerk movidu mit Angeboten zu nachhaltiger Mobilität an Schulen unterstützen? Sie haben Anregungen zur Weiterentwicklung des Netzwerkes und seiner Angebote?

0511/616-23261

Wer steht hinter movidu?

Im Aktionsnetzwerk movidu haben sich verschiedenste Partner zusammengeschlossen, die sich alle für ein gemeinsames Anliegen einsetzen: Kinder und Jugendliche sollen lernen, möglichst sicher, eigenständig und umweltschonend von A nach B zu kommen! Die Unterstützung von Schulen bildet den Schwerpunkt unseres Engagements. Das Netzwerk ist eine Initiative des Mobilitätsmanagements der Region Hannover in Kooperation mit der Niedersächsischen Landesschulbehörde und der Klimaschutzagentur Region Hannover GmbH.

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